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Wasserstoff: Sauerstoffreduktion vs. Versprödungsrisiko

Wasserstoff in Formiergasen reduziert wirkungsvoll Oxide und verbessert den Einbrand, löst sich jedoch in geschmolzenem Stahl und kann bei hochfesten Werkstoffen verzögerte Rissbildung verursachen. Deshalb sind wasserstoffhaltige Gase für bestimmte Anwendungen unerlässlich, für andere jedoch ohne geeignete Wasserstoff-Management-Protokolle gefährlich.

Wie Wasserstoff beim Schweißen wirkt

  1. Starke Reduktionswirkung. Wasserstoff entfernt Sauerstoff von Metalloberflächen wirkungsvoller als Kohlenmonoxid.
  2. Verbesserter Einbrand. Saubere Metalloberflächen ermöglichen bessere Benetzung und tiefere Verschmelzung.
  3. Helle, saubere Nähte. Wasserstoffatmosphären erzeugen glänzende, oxidfreie Nahtoberflächen.
  4. Temperatureffekte. Wasserstoff ist bei hohen Temperaturen am wirksamsten, wo Reduktionsreaktionen begünstigt werden.

Versprödungsmechanismus

Sichere Anwendungsbereiche für Wasserstoff

Edelstahl-Formierung: Austenitischer Edelstahl hat hohe Wasserstofflöslichkeit und ist nicht versprödungsanfällig.

Nicht-tragende Bauteile: Anwendungen, bei denen verzögerte Rissbildung keine Sicherheitsprobleme verursacht.

Mit Nachwärmebehandlung: Wasserstoffaustreiben bei 200–300°C entfernt eingeschlossenen Wasserstoff.

Niedrigfeste Stähle: Werkstoffe unter 350 MPa Streckgrenze sind in der Regel sicher vor Versprödung.

Kontrollierter H2

FORMIER® 10

90% N2 / 10% H2

Warum FORMIER 10 Wasserstoff sicher handhabt: Der 10%-Wasserstoffanteil bietet ausgezeichnete Oxidreduktion für Wurzellagenqualität und bleibt dabei unter dem Niveau, das bei den meisten Stählen Versprödung verursacht.

Sichere Anwendungshinweise: Nur als Formiergas verwenden, niemals als primäres Schutzgas. Ausreichende Wasserstoff-Entgasungszeit nach dem Schweißen vor Belastung sicherstellen.

⚠️ Versprödungsrisiko