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Kaltrissbildung beim Schweißen verhindern

Kaltrisse entstehen Stunden nach dem Schweißen, wenn Wasserstoff sich mit Eigenspannungen und Gefügeveränderungen in der Wärmeeinflusszone verbindet. Vermeidung erfordert Kontrolle der Wasserstoffgehalte, Vorwärmen und Spannungsabbau.

Mechanismus der Kaltrissbildung

Kaltrisse (auch wasserstoffinduzierte Risse) entstehen durch das Zusammenwirken von drei Faktoren:

Präventionsmaßnahmen

  1. Wasserstoffquellen minimieren: Trockene, saubere Grundwerkstoffe und niedrigwasserstoffhaltige Zusatzwerkstoffe verwenden
  2. Vorwärmen anwenden: 100-200°C Vorwärmtemperatur (abhängig vom Material und Dicke) reduziert Abkühlgeschwindigkeit
  3. Zwischenlagentemperatur kontrollieren: Nicht unter Vorwärmtemperatur abkühlen lassen
  4. Nachwärmen: 250-300°C für 1-2 Stunden nach dem Schweißen fördert Wasserstoffausgang
  5. Niedrige Wasserstoffgase verwenden: Premium Schutzgase mit minimaler Feuchtigkeit

Materialspezifische Risiken

Hochfeste Stähle (>500 MPa): Sehr anfällig - zwingend Vorwärmen erforderlich. Wasserstoffkontrollierte Zusatzwerkstoffe verwenden.

Dicke Abschnitte (>25mm): Hohe Abkühlraten und Eigenspannungen - Vorwärmen auf mindestens 150°C.

Hohe Einspannung: Kann Spannungen nicht abbauen - Vorwärmen und Wärmenachbehandlung kritisch.

✓ Niedriger Wasserstoff

CORGON® Serie

Wasserstoffkontrolliert

Wasserstoffkontrolle: CORGON-Gase haben niedrigen Feuchtigkeitsgehalt und kontrollierte Zusammensetzung zur Minimierung des Wasserstoffeintrags während des Schweißens. Linde garantiert Feuchtigkeitsgehalte <3ppm (Taupunkt < -65°C) für alle CORGON-Qualitäten.

Besonders für kritische Anwendungen: Verwenden Sie CORGON bei hochfesten Stählen, dicken Abschnitten oder Schweißungen mit hoher Einspannung, wo Kaltrissbildung ein Risiko darstellt.

Vorwärmtemperaturen nach Material

Material Blechdicke Min. Vorwärmung Zwischenlagentemp.
Baustahl S235-S355 < 20mm Keine -
Baustahl S235-S355 > 20mm 50-100°C 50°C min.
Hochfest S460-S690 Alle 100-150°C 100°C min.
Hochfest S960+ Alle 150-200°C 150°C min.
Dickblech >50mm Alle Güten +50°C zu Tabelle Wie Vorwärmung

Nachwärmebehandlung

Für hochrisiko-Anwendungen Wasserstoffausgang durch Nachwärmen fördern: